"Noch längst nicht alle Wände trocken"
Malteser verabschieden sich schrittweise aus Bad Schandau
Von Heidi Körner

Sie sind seit der Flut aus Bad Schandau nicht mehr wegzudenken: Die Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes. Mit ihren jahrelangen Erfahrungen organisierten sie rasche praktische Hilfe für die Flutopfer, Spenden und sind jetzt beim Wiederaufbau mittendrin.

So langsam müssen die Malteser daran denken, ihre Zelte in und um Bad Schandau abzubrechen. Der Hilfsdienst muss das verbliebene Spendenlager in Altendorf bis Ende Mai auflösen. Ein Mitarbeiter wird bis Jahresende vor Ort bleiben. Noch werden Möbel, Kleidung, Geschirr und mehr an Bedürftige ausgegeben. Inzwischen auch an tschechische Bürger, die Hilfe brauchen. Vor allem Textilien werden nach und nach an Recyclingfirmen verkauft. Der Erlös kommt der Stadt Bad Schandau zugute, erklärt Reinhard Hoffmann, der die Geschicke vor Ort leitet. Auch wenn die Lager bald geschlossen werden, Hilfe ist weiter nötig, weiß er. Noch längst sind nicht alle Gebäude ausgetrocknet. An ersten sanierten Wänden treten Nässeschäden zutage. Dafür stellen die Malteser kostenlos Infrarottrockner zur Verfügung. Ein Fachmann berät die Betroffenen. Sogar die Energiekosten sollen den Flutopfern erstattet werden. „Bei manchen haben sich Stromkosten vervierfacht“, weiß Hoffmann. Möglich wird die Hilfe durch einen extra gegründeten Verein in Köln, der Mittel bereit stellt und Kontakte zu Firmen knüpft. Durch solche Beziehungen können die Malteser auch Bau- und Dämmstoffe zur Verfügung stellen. Die müssen direkt in deren Büro im Rathaus beantragt werden. Missbrauch wollen die Helfer weder in den Spendenlagern noch bei der Baumaterialausgabe Vorschub leisten. Wer von den Flutbetroffenen noch Bedarf an Kleidung hat, der kann bei den Maltesern auch noch Gutscheine für einen Einkauf bei C&A entgegen nehmen. Die wurden kurz nach dem Hochwasser zur Verfügung gestellt. Noch über 600 solcher Gutscheine über je 50 Euro können abgerufen werden. Viele Firmen und Handelsketten hätten ohne großes Bitten mit Küchengeräten, Wasch- und Desinfektoinsmitteln, Werkzeug und vielem mehr geholfen, denkt Hoffmann an die letzten Monate zurück. Bevor er Bad Schandau verlässt, konnten die Malteser dem Rathaus noch einmal unter die Arme greifen: Für das Erarbeiten einer Entwicklungskonzeption der Stadt und für Beraterleistungen stellt der Malteser Hilfsdienst Honorar in Höhe von 150 000 Euro für ein Stuttgarter Büro zur Verfügung.

 

Quelle:

www.sz-online.de

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