"Überschwemmungen im Landkreis Delitzsch"
 

Quelle:Collage MDR

 

Am 18. September erstattete der Landkreis einen Bericht über die Schadensbilanz nach der Hochwasserkatastrophe. Die Gesamtschadenssumme belaufe sich auf über 188 Millionen Euro. Die Summe beinhaltet noch nicht die Kosten an den beschädigten Deiche.

Nach einer Gesamterfassung aller betroffenen Bausubstanzen im privaten und gewerblichen Bereich kommt der Landkreis auf 316 Objekte. Im Bereich der Wohngebäude sind acht Wohnhäuser eingestürzt, 13 abbruchreif und 72 Häuser haben massive Schäden. Die Sächsische Aufbaubank bearbeitet derzeit im Rahmen der "Wiederbewohnbarmachung von Wohngebäuden" 838 Förderanträge. 460 Bescheide wurden bereits erteilt und je 5000 Euro ausbezahlt. Die Förderprogramme laufen noch weiter.

Die Unternehmer, Handwerker und Gewerbetreibenden beziffern ihre Schäden auf 32 Millionen Euro. Insgesamt meldeten sich 482 Unternehmen. Ab dem 11. September erhielten 130 besonders schwer geschädigte Unternehmen finanzielle Soforthilfe von der Bundesregierung. Von den bereitgestellten 990.000 Euro wurden bereits mehr als 829.000 Euro ausbezahlt.

In der Landwirtschaft spricht das Landratsamt von 120 betroffenen Betrieben. Auf einer Fläche mit der Größe von etwa 1900 Fußballfeldern kam es zu einem Totalausfall der Ernten. Cirka fünf Millionen Euro sind für die Schadensregulierung notwendig. Nicht absehbar sind die Auswirkungen auf den Mutterboden und den zukünftigen Anbau.

In den Schulen sind Bauwerksschäden in Höhe von 9,3 Millionen Euro aufgetreten. Hinzu kommen 1,7 Millionen Euro für Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Einige Einrichtungen, wie zum Beispiel die Turnhallen im Rinckart-Gymnasium, der Belian-Schule und der Lernbehindertenschule sowie die Schwimmhalle Eilenburg können erst nach der Sanierung wieder genutzt werden.

Bei den Kreis- und Ortsstraßen belaufe sich der Schaden auf etwa 3,7 Mio Euro, teilte das Landratsamt mit. Im Verkehrsnetz des Kreises werden schwere Schäden an folgenden Stellen genannt: die Bundesstraße 2 zwischen Wellaune und Bad Düben wird komplett neu aufgebaut und soll Anfang Oktober wieder freigegeben werden. Die Staatsstraße Pouch-Löbnitz wird wieder instand gesetzt. Die S 12 zwischen Bad Düben und Schnaditz wurde nach der Behebung der Schäden wieder dem öffentlichen Verkehr übergeben.

Um Deiche auf einer Länge von 74 Kilometern zu sanieren, seien laut Landrat Michael Czupalla Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro nötig. Dabei wies er darauf hin, dass eine Reparatur der über 50 Jahre alten Deiche nicht ausreiche. Um die Bewohner dauerhaft zu schützen ist außerdem eine Neustrukturierung des gesamten Deichbaukonzepts notwendig, so Czupalla.
 
Quelle: MDR
www.mdr.de

 

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