"Umsiedlungspläne für Röderau-Süd" 20.11.2002

 

Neuanfang
Die sächsische Landesregierung hat die Einwohner des Zeithainer Ortsteils Röderau-Süd aufgefordert, die Hochwasserschäden an ihnen Häusern nicht auszubessern. Stattdessen sollten sie umsiedeln und an anderer Stelle neue Eigenheime bauen. Justizminister de Maiziere stellte dazu ein finanzielles Hilfsprogramm in Aussicht. Außerdem verwies der Politiker darauf, dass die Überflutungsgefahr nirgendwo in Sachsen so hoch sei wie in Röderau Süd. Dort war nach der Wende unmittelbar an der Elbe eine Neubausiedlung entstanden, obwohl das Gebiet in DDR-Landkarten als Überschwemmungsregion ausgewiesen war. Neben zahlreichen Einfamilienhäusern wurden auch mehrere Betriebe gebaut.
Ortsteil Röderau-Süd soll umgesiedelt werden  

Ringdamm wird nicht gebaut

Mit dem Hilfsprogramm sind Diskussionen um einen Ringdeich vom Tisch, der Röderau-Süd vor weiteren Flutkatastrophen schützen könnte. Nach Auffassung der Landesregierung würden die Überschwemmungsflächen durch den Damm noch einmal reduziert. Der Bau eines Schutzwalls erhöhe deshalb das Hochwasser-Risiko in Nachbarorten wie Riesa und Promnitz.

 

 

Umzug in flutsichere Gebiete ist freiwillig

Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums sind rund 400 Einwohner betroffen. Die Behörde betonte, dass niemand gezwungen wird, in flutsichere Gebiete umzusiedeln. Wer sich dagegen entscheidet, soll die gleiche Wiederaufbauhilfe wie Hochwasseropfer in anderen Regionen bekommen. Allerdings verlieren die Betroffenen bei neuen Überschwemmungen ihren Anspruch auf staatliche Unterstützung. Die Höhe der Umzugshilfen will der Freistaat vom Einzelfall abhängig machen. Am Abend hat in Röderau-Süd eine Bürgerversammlung begonnen, auf der Innenminister Rasch und Justizminister de Maiziere die Pläne des Freistaates vorstellen wollen.

Insgesamt hatten sächsische Gemeinden 45 Bebauungspläne für Überschwemmungsgebiete verabschiedet. Nach Angaben der Staatsregierung ist jedoch kein Fall mit dem von Röderau-Süd vergleichbar. Ob die Gemeinde deshalb mit Konsequenzen rechnen muss, ist bisher offen.
Quelle: MDR
www.mdr.de


 

zurück