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"Die Döbelner Privatinitiative Helft-Sachsen.de legt Roßwein ein Rigipsei vor Ostern"
11.04.2003 Marktplatz Roßwein 8.15 Uhr
Im November 2002 bat Helft-Sachsen.de (vertreten durch Bill Lange www.quickfolien.de) die Firma Rigips (www.rigips.de) um Hilfe beim Trockenausbau für Flutopfer der Jahrhundertkatastrophe 2002. Die Firma Rigips sicherte Hilfe sofort zu. Nach Absprache warteten wir gemeinsam die Wintermonate ab, um die Hilfe gezielt und zeitlich richtig einsetzen zu können.
Unsere Aktion führte zu einer positiven Stau-Erscheinung in und für Roßwein. Kurz vor den Toren Roßweins trafen wir dann auf die letzten 2 LKWs. Nun war unser Konvoi komplett. Bedenkt man, dass ein 40 Tonner eine Länge von 21 Metern hat, kann man sagen "Unsere Kolonne sind 210 Meter LKWs am Stück" - Wahnsinn. 8.05 Uhr gingen wir die letzten 2 Kilometer an. Die Stadtverwaltung Roßwein rief uns mehrfach aufgeregt an, da sich durch die Pressemeldungen der letzten Tage, auf dem Marktplatz mehrere Einwohner versammelt hatten. Als wir uns dann 8.15 Uhr durch die engen Straßen von Roßwein schlängelten wurden wir hocherfreut begrüßt. Einige Einwohner standen mit ihren Videokameras da und konnten es nicht fassen, was da auf sie zukam. Helft-Sachsen.de hatte auch den Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt eingeladen. Von seinem Terminbüro erfuhren wir jedoch schon 4 Wochen zuvor, dass er an diesem Tag zur Bundesratssitzung nach Berlin muss. Die Staatskanzlei und der Wiederaufbaustab wollten aber dennoch eine sächsische Persönlichkeit schicken. 3 Wochen warteten wir, telefonierten wir, erklärten, warum jemand kommen soll, gaben Zahlen und Informationen bekannt und erhielten am 09.04.2003 von der Leitstelle Wiederaufbau der Staatskanzlei in Dresden folgende E-Mail: Sehr geehrter Herr Richter, Herr T... ist leider erkrankt und ich kann zu Ihrem Vorgang keinerlei Unterlagen finden. Sollte die Thematik bis nächste Woche noch Zeit haben, würde ich Sie gern dahingehend vertrösten wollen. 3 Tage vor der Aktion vertröstet man uns auf die nächste Woche! Sehr schade... Im übrigen muss man aber sagen, dass so manche Behörde deutlich sichtbar macht, warum viele Mitarbeiter gebraucht werden, denn unsere Anfrage ging 3 Wochen lang über 10! Arbeitsplätze hin und her und her und hin. Am 10.04.2003 (einen Tag vor unserer Aktion) erhielten wir 9.52 Uhr einen Anruf der Leitstelle Wiederaufbau. Man teilte uns mit (was wir schon seit 4 Wochen wussten): "Der Ministerpräsident kann nicht kommen und auch die eigene Leitstelle Wiederaufbau (diverse Staatssekretäre und Landräte) kann keinen Vertreter nach Roßwein schicken, da am Freitag eine wichtige Sitzung stattfindet." Wirklich keiner? Dass es auch anders geht, bewies der Landrat des Kreises Döbeln, Herr Dr. Manfred Graetz. Ihn informierten wir 3 Tage vor der Aktion. Er sagte, dass er eine wichtige Sitzung bei der Leitstelle Wiederaufbau in Dresden hat, aber: "Kein Problem, ich sage denen, dass ich 1 Stunde später komme, da dies hier eine wichtige Sache ist". Ironie des Schicksals: Es war die selbe "wichtige Sitzung", weshalb alle anderen Volksvertreter für uns nicht ansprechbar waren. Auch Wirtschaftsminister Gillo (Schirmherr der Hochwasserregion Döbeln) fand nicht die Zeit, unsere wirklich bedeutende Aktion zu begleiten und uns damit ein Forum in den Medien (überregionale Presse, Funk und Fernsehen) zu geben. Die Aktion hätte es wahrhaft verdient.
Frank Weigelt übereichte Dr. Manfred Graetz und Veit Lindner (im Bild von links nach rechts) symbolisch eine Rigipsplatte im Geschenkformat.
Anschließend wurde Herr Weigelt im Büro des
Bürgermeisters über die Zeit nach der Flut in Roßwein informiert. Das
kleine Flüsschen Mulde hatte sich am 13. August 2002 für wenige Stunden in
einen reißenden Strom verwandelt, der in Roßwein die Gebäude der gesamten
unteren Uferstraße zerstörte oder so schwer beschädigte, dass sie durch
den Einfluss des Frostes im langen Winter 2002/2003 endgültig zu
Abrissobjekten wurden.
Das die Spende der Firma Rigips nur unter strenger Kontrolle ausgegeben wird sicherte die Stadt Roßwein zu. Nur Flutopfer die das Material dringend benötigen werden damit bedacht. So werden zum Beispiel auch im Vorfeld Vermessungen durchgeführt und nur so viel Material wie nötig ausgeliefert. Benachbarte Gemeinden können sich bei Helft-Sachsen.de (jens@helft-sachsen.de) melden und benötigtes Material beantragen.
Die Roßweiner Zoohändlerin Maritta Riedel war eine der ersten 20. Ihr wurde bei der Flut im August 2002 das Wohnhaus und Ihr Geschäft verwüstet. Freudestrahlend stieg sie für unseren Fotographen auf den Stapel mit Rigipsplatte, so als wollte sie sagen: Die sind meine. Helft-Sachsen.de wird in den nächsten Wochen den Ausbau der Wohnungen in Roßwein beobachten und davon berichten. Die Frage: "Wie ergeht es Frau Riedel und anderen Familien???", wird auf diesen Seiten demnächst beantwortet.
Das gesamte Team von Helft-Sachsen.de möchte
auch der Spedition Uhlhorm (www.uhlhorn.de)
recht herzlich danken.
Ebenso möchten wir uns bei der Firma
Tecklenborg (www.tecklenborg.de)
bedanken, die für diesen Tag 2 Gabelstapler kostenlos zur Verfügung
stellte.
Insgesamt muss man sagen, dass die Organisation hochprofessionell zwischen den einzelnen Stellen funktioniert hat. Für die Stadt Roßwein hat Frau Aigner hierbei einen großen Anteil. Wir alle hoffen, dass wir den Betroffenen der Stadt Roßwein und den umliegenden Gemeinden ein Freude machen konnten und somit auch ein weiteres Zeichen setzen konnten, dass Flutopfer nicht im Stich gelassen werden. Freuen würden wir uns, wenn weitere Firmen dem Beispiel von Rigips folgen würden, denn auch wenn man in den Medien nichts mehr hört, wird in den kleinen Orten noch jede Menge Hilfe benötigt. Helft-Sachsen.de hat sich genau auf diese kleinen Städte, die nicht im Medienmittelpunkt gestanden haben, spezialisiert.
Es gibt aber auch Negatives aus dem Vorfeld zu berichten: So sagten uns zum Beispiel 2 TV Sender ab, als sie erfuhren, dass niemand von der Staatskanzlei aus Dresden anwesend sein wird. Es steht hier die Frage: Geht es um die Hilfe für Opfer oder um die Präsents von Politikern???? Völlig daneben lag auch der Radiosender "Jump". Auf unsere Anfrage einer Berichterstattung erhielten wir folgende E-Mail: Hallo Jens, vielen Dank fur deine Mail! Fur Ansagen von Veranstaltungen auBerhalb unserer Events haben wir keine Sendeplatze im laufenden Programm eingeplant. Deshalb sehen wir momentan keine Moglichkeit euch weiterzuhelfen und hoffen ihr habt Verstandnis dafur. Vielleicht ist euch mit dem Hinweis auf unsere Kollegen von Sputnik geholfen. Sie betreuen auf ihrer Homepage www.sputnik.de eine Rubrik namens "Tipp X" in der aktuelle Veranstaltungen aufgenommen werden.Bis bald, und bleib weiterhin ein treuer JUMP- Horer! Also, uns auf einen Sender in Sachsen-Anhalt zu verweisen, obwohl die Aktion in Sachsen abläuft - naja, was soll man dazu sagen. Ebenso möchten wir Euch darauf hinweisen, dass Ihr als ein öffentlich-rechtlicher Sender (MDR) gesetzlich verpflichtet seid, objektiv über die Geschehnisse in Eurem Sendegebiet zu berichten. Dies muss und da geben wir Euch Recht nicht unsere Aktion sein, aber keinen Sendeplatz für "Events" (die nicht von Eurem Sender kommen) zu haben, entspricht nicht Eurem Rundfunkauftrag. Sorry, liebe Leser von Helft-Sachsen.de, aber dies musste einmal gesagt werden. Das es auch wesentlich besser geht, zeigen stellvertretend zwei der vielen anwesenden Printmedien:
Döbelner Allgemeine Zeitung
Bild Zeitung
Markus Schuster und Jens Richter Helft-Sachsen.de |