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Persönliche
Eindrücke eines Helfers vom 25.08.2002
Nachdem ich nun 2 Tage in Pirna und Schlottwitz geholfen habe ist mir
folgendes klar geworden: Zielgerichtete und geplante Hilfe ist dringend
erforderlich. Unsere Wasserpumpe entpuppte sich regelrecht als
"Spielzeug", um die riesigen Kellerräume zu entwässern. Pumpen vom THW
waren nur unter größter Überredungskunst aufzutreiben. Die Keller sind
noch nass, schon taucht das nächste Problem auf: Die Menschen werden
regelrecht überschüttet mit Kleiderspenden, nur es bestehen keine
Lagermöglichkeiten mehr. Die Betroffenen haben ohnehin noch keinen Nerv,
sich Bekleidung auszusuchen. Auch kommt wohl sehr viel an Bekleidung an,
die nicht zweckmäßig ist. Zum einen darf man gar nicht laut sagen, dass
die Menschen wohl fast 50 % der Bekleidung nicht brauchen, nicht möchten
und das weiter geschickt wird nach Tschechien, in die Ukraine oder sonst
wo, weil das Empörung und Unverständnis bei den Spendern hervorrufen
könnte, andererseits sollten sie es wissen, um nicht unnötig Sachen
herzugeben. Es kam z. B. eine Frau aus Berlin mit dem Auto und einem
Anhänger voll Brot, weil sie im Fernsehen gesehen hatte, dass eine
Bäckerei überflutet war. Sie war enttäuscht, als man sie wieder
wegschickte, denn die Versorgung klappt und das Brot wäre nur
verschimmelt. Sie wurde an ein Zeltlager des THW geschickt. Hier müsste
bessere Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden. Die Medien berichten von den
dramatischen Dingen, informieren aber nicht wirklich.
Ein nachdenklicher Helfer
Folgendes gilt zumindest für die kleinen
Orte, wahrscheinlich aber für die meisten anderen Gebiete auch.
Problematisch ist im Augenblick, dass es noch keinen Platz gibt, wo die
Sachspenden untergestellt werden können, um sie dann zu verteilen! Zum
Anderen ist es auch einfach so, dass schon unglaublich viele
Kleiderspenden unterwegs sind. Je kleiner der Ort, umso weniger Platz ist
vorhanden. Außerdem sind die Betroffenen erst einmal bei der
Schadensbilanz und vornehmlich dabei die Trümmer aus den Häusern zu
räumen, die noch stehen!
Sachspenden sind willkommen, müssen aber sinnvoll organisiert werden, um
später nicht eine "Kleiderflut" verwalten zu müssen! Außerdem benötigen
nicht alle Betroffenen Blusen und Kleider und auch nicht alle in Größe
38/40. Ihr seht schon, so einfach ist das gar nicht. Was an "Überschuss"
vorhanden ist landet entweder im Reißwolf oder muss in andere Gebiete
geschickt werden, z.B. Rumänien. Und die Versandkosten müssen die
betroffenen Gemeinden bezahlen, die nun dafür wirklich kein Geld haben.
Das alles ist ein ganz sensibles Thema. Eben habe ich mit einer Dame, die
dem "Krisenstab" eines betroffenen Ortes angehört gesprochen. Sie ist
gerade dabei jeden Bewohner aufzusuchen, um aufzulisten wo was benötigt
wird. Eine Betroffene, die dabei ist immer noch Schlamm aus dem Haus zu
schaufeln sagte zu ihr: "Wozu soll ich einen Kühlschrank brauchen, ich hab
doch gar kein Zuhause mehr".
Die meisten Betroffenen sind noch gar nicht wieder in der Lage "über die
Flut und den Schlamm hinaus zu sehen". Die Menschen sind sowohl psychisch
als auch physisch ziemlich am Ende. Gerade auch die Älteren, die einen
Wiederaufbau ihrer Existenz nicht das erste Mal erleben. Könnt Ihr
verstehen? Bleibt bitte weiterhin am Ball, schaut in den Hilfe-Foren, was
genau benötigt und gesucht wird und organisiert von Zuhause aus schon
gezielt, am besten aber nach Absprache, mit den zuständigen Organisationen
oder privat Initiativen. Ansprechpartner findet ihr in den Hilfs-Foren.
Eure Hilfe ist nötig und wird das auch noch über einen langen Zeitraum
bleiben!
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